KLINISCHES SEMINAR 01/22

Der Körper, das Trauma und der Affekt

Es gibt kaum eine Therapieform die geeigneter wäre, die Erkenntnisse der Polyvagaltheorie in die Praxis umzusetzen, als die Gestalttherapie. Dabei geht es um die Schaffung einer Verständnisgrundlage, wie im gestalttherapeutischen Prozess gezielt mit autonomen Körperreaktionen gearbeitet werden kann. Gerade beim erlebnisorientierten Vorgehen der Gestalttherapie sind diese autonomen Körperreaktionen häufig zu beobachten und begleiten Kontaktunterbrechungen oder sind sogar deren Ursache.

Die Polyvagaltheorie stellt ein Theoriegebäude vor, das es erlaubt, autonome Körperreaktionen, die im Zusammenhang mit der Arbeit an traumatischen Situationen auftreten, in ein Erklärungsmuster einzubetten und daraus Handlungsoptionen abzuleiten. Insbesondere in der Arbeit am Trauma, aber auch bei anderen seelischen Themenstellungen, sind es zum einem nicht unerheblichen Teil die unwillkürlichen Reaktionen des autonomen Nervensystems, die in der Folge zu massiven Schwierigkeiten der Affektkontrolle, Angst- und Panikattacken, Flashbacks, Depressionen, psychosomatischen Problemen und dissoziativen Symptomen führen. Betroffene sind diesen organismischen Reaktionen hilflos und ohnmächtig ausgeliefert. Werden Betroffene an diesem Punkt bei der Regulation ihrer organismischen Reaktionen unterstützt, kann sich dies sehr förderlich auf den gestalttherapeutischen Prozess und die Integration traumatischer Inhalte auswirken.

Das Seminar ist als Workshop konzipiert. Es werden die Grundlagen der Polyvagaltheorie erläutert, die dann in praktisches Handeln umgesetzt werden. Dies geschieht in Form von Demonstrationen und der Arbeit in Triaden. Es besteht auch Raum für die Supervision eigener Fälle.

Erfahrungen in einer humanistischen Therapieform und die Bereitschaft sich mit eigenen traumatischen Erfahrungen zu befassen, erleichtern das Verständnis.

Termin
4. bis 6. Februar 2022

Teilnahmegebühr
330,00 Euro/735,00 SFr. (inkl. Raumkosten)

Tagungsort
Augsburg

Trainer
Fuchs, Christian
Gestalt- und Traumatherapeut (HPG) in eigener Praxis. Sein Forschungsinteresse gilt einem Traumaverständnis, das aktuelle empirische Forschung mit existenz- und sozialphilosophischen Fragestellungen verknüpft. Er arbeitet als Therapeut, Dozent, Autor und Herausgeber und gibt Fortbildungen. Als Dipl.-Ing (FH) und Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) war er langjähriger geschäftsführender Gesellschafter eines Unternehmens mit Schwerpunkt Beratung und Training. Dabei hat er sich mit Fragen der Kommunikation aus unterschiedlichsten Perspektiven befasst und die Umsetzung alternativer Kommunikationskonzepte vorangetrieben. Sein Interesse für das Wesen und die Bedeutung menschlicher Kommunikation in ihrer destruktiven, wie kreativen Macht hat hier seinen Anfang genommen. Kontakt: www.gestalt-werk.de und www.kurt-goldstein-institut.org

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